Der Schutz der Vielfalt unseres kulturellen Erbes in Bayern und Deutschland als lebendiger Lerninhalt, auch außerhalb der Klassenzimmer:

Ausgehend von verschiedenen Unterrichtsinhalten des Sozialkundeunterrichts der 12. Klassen und des Geschichteunterrichts der 11. Klassen, z.B. mit Bezug auf die Traditionen der kulturelle Vielfalt der Gesellschaft in Bayern und der Bundesrepublik sowie den Herausforderungen für ein gleichberechtigtes und friedliches Zusammenleben, welche sich daraus ergeben können, unternahmen die G12 A und das Seminar Sicherheitspolitik einen interessanten Ausflug in die Landeshauptstadt, der vielfältige Einsichten und Denkanstöße für Schüler und Lehrer hervorbringen sollte, ausgehend von dem Besuch eines der jüngeren Lernorte unter den vielen international renommierten Museen Bayerns.
Unter der Leitung von Oberstudienrat Michael Dominik, welcher diesen Studientag geplant, organisiert sowie im Unterricht und dem Seminar vorbereitet hatte, erfolgte nach der Ankunft am Vormittag zunächst eine Stadtführung in München, welche mit mehreren Erklärungspunkten vom Hauptbahnhof über den Rathausplatz bis zum Viktualienmarkt führte.
Neben historischen Informationen zur Münchner Geschichte, im bayerischen und deutschen Kontext, mit einem Focus auf den Ereignissen des 9. Novembers in den Jahren 1918, 1923, 1938 und 1989, lag dabei für das Seminar Sicherheitspolitik ein Schwerpunkt auf dem Thema, wie eine Großstadt mit Menschenmassen auf Bahnhöfen, U-Bahnstationen und extrem stark besuchten Touristenattraktionen, Sportveranstaltungen, Festivals und Christkindlmärkten,… sich gegen Terroranschläge und Amokereignisse eventuell schützen könnte. Dazu wurden in vorausgegangenen Seminarsitzungen auch die Ereignisse der Terrorangriffe des vergangenen Sommers 2016, zum Beispiel in Ansbach sowie der Amoklauf in München und das Oktoberfestattentat von 1980 thematisiert und als komplexe Sicherheitsherausforderungen für Städte und deren Infrastruktur analysiert.

Angekommen im Jüdischen Museum am St.-Jakobs-Platz erhielten unsere Schülerinnen und Schüler der 12. und 13. Klassen eine sehr anschauliche, an den konkreten Biographien von Personen und Familien orientierte, schülerzentrierte Führung zum jüdischen Leben in München, Bayern, Deutschland, Europa und den USA. Dabei reichte die Themenspanne vom Beginn der jüdischen Gemeinden im deutschsprachigen Raum bis zum Holocaust durch Hitlers barbarische NS-Diktatur und dem Neubeginn des jüdischen Lebens nach 1945 bis in die heutige Zeit.
Die Schülerinnen und Schüler bildeten dabei, angeleitet von einer Museumspädagogin, verschiedene Gruppen, die jeweils eigenständig zu zentralen Fragen der vielfaltigen Ausstellungsinhalte recherchierten und in Kurzvorträgen ihre Ergebnisse den anderen Exkursionsteilnehmern anschaulich präsentierten.
Hierbei ergaben sich für unsere Fos-Bos-Gruppe auch verschiedenste analytische Anknüpfungspunkte zu den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen bezüglich Migration, Flucht und Vertreibung.
Im Anschluss daran erhielt unsere Passauer Fos-Bos-Gruppe noch eine Führung durch die Wechselausstellung im Jüdischen Museum, die den Titel trug „Bier ist der Wein dieses Landes“. Dabei wurde ein sehr informativer Überblick über die jüdisch-bayerische Brauereigeschichte gegeben, mit sehr tiefgehenden und auch überraschenden Einsichten zur regionalen und überregionalen Wirtschafts- und Kulturgeschichte, bis hin zu Ursprüngen des heutigen israelischen Staatssymbols, dem Davidstern.
Für das Seminar Sicherheitspolitik lag während dieses Museumsaufenthalts ein weiterer Schwerpunkt auf dem Schutz derartiger Einrichtungen vor Anschlägen, zum Beispiel von Rechtsextremisten, Linksextremisten und Islamisten. Dabei wurde mit dem Seminar die Bedrohung jüdischer Einrichtungen in Deutschland und weltweit sowie die Reaktionen von bayerischen, deutschen und israelischen Sicherheitsbehörden auf derartige Terrorgefährdungen besprochen. In diesem Kontext wurde auch auf den, durch die bayerischen Sicherheitsbehörden vereitelten, rechtsextremen Anschlagsplan bei der Grundsteinlegung der neben dem Jüdischen Museum gelegenen Hauptsynagoge im Jahr 2003 eingegangen sowie auf den menschenverachtenden Terroranschlag auf die israelische Olympiamannschaft bei den Olympischen Sommerspielen im München des Jahres 1972.
Am Ende dieses äußerst informativen Museumsbesuchs beantwortete die anwesende Museumspädagogin noch zahlteiche Fragen unserer Gruppe
zu Aspekten des Jüdischen Lebens, besonders in der Gegenwart.
Im Anschluss daran konnten unsere Schülerinnen und Schüler an diesem 9. Dezember 2016 sich in der Münchner Gastronomie noch verpflegen und „kleinere Besorgungen“ tätigen, bevor gegen Abend die Rückfahrt mit dem Zug nach Passau erfolgte.

M. Dominik(OStR)

 

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