Die Kindheit: geprägt von Volksmusik. Die Jugend: deutlich wilder, Rock, Jazz, Funk, Soul. Die Musik: sie war immer da im Leben von Alfons Hasenknopf,

und so ist er mit der Zeit nicht nur zum Profi-Musiker gereift, sondern hat sich 2005 dann auch klar für eine Synthese aus all dem entschieden. Seit dieser Zeit macht der sympathische Sänger Lieder in bayerischer Mundart, mal rockig, mal Reggae, mal jodelnd, oft alles ineinander fließend - und immer mit ganz viel Herz. Er, der als Kind noch beim damaligen Jodlerkönig Franzl Lang höchstselbst gelernt hat, war am Dienstag, den 21. März 2017 auf Anregung von Frau Karschay Gast unserer Reihe „Literat(o)ur“ für die 13. Klassen der Beruflichen Oberschule Passau.
Und so singt und erzählt er zur Gitarre über den „scheensten Moment“, der ja oft gerade der augenblickliche ist und den man sich eigentlich nur selber verderben kann. Ab und an findet sich übermütig-wilde Freude am Nonsens, vor allem aber tiefe eigene Lebenserfahrung. So in „Der gressde Wert“, das davon handelt, was emotional alles im Menschen steckt und was einen aus den Talsohlen des Lebens immer wieder herausholt: „Und dann hea i mei Herz … des schlagt ned verkehrt.“ Und wieder auf den emotionalen (und geographischen) Gipfeln oben angelangt, gibt´s für Bayern natürlich nur eins: Juchez´n und Jodeln! Mit berückend schönem Kopfregister wartet er auf, dieser ansonsten so rockige Alfons Hasenknopf, und man spürt die Kraft und die Weite dieser sehr süddeutschen Art emotionaler Verständigung und Selbstvergewisserung. Direkt experimental wird es dann, wenn Hasenknopf sieben Leute aus dem Publikum mit unterschiedlich gestimmten Kuhglocken durch die Reihen schickt und der Mix aus Jodler und Geschell für Almstimmung zum Träumen sorgt. Auch politisch wird der Sänger, wenn er etwa die die Handlanger der Waffenlobby anprangert oder sich klipp und klar für Menschlichkeit gegenüber den Flüchtlingen ausspricht, die in blanker Not bei uns anlangen. Beim abschließenden Stück „Hand in Hand“ bringt er provokativ-freundlich - „Und? Traut´s euch?“ - das junge Publikum tatsächlich dazu, sich die Hände zu reichen. Eine starke Geste zum Abschluss eines ungemein vielseitigen Konzerts!
Beeindruckend ist auch das soziale Engagement des Sängers, das beim abschließenden Gespräch deutlich wird: Die von ihm 2007 ins Leben gerufene Initiative „Suibamoond“ (mit gleichnamiger Band) setzt sich für missbrauchte und misshandelte Kinder und Jugendliche ein – auch da ist er auch mit Herzblut dabei, der Alfons Hasenknopf. – Interesse geweckt? Dazu zwei aktuelle Termine: Am Montag, 27. März, sendet der Bayerische Rundfunk in der Reihe „Lebenslinien“ ein Porträt über den Künstler. Und live erleben geht auch - am Freitag, 31. März sind Alfons Hasenknopf & Band im Passauer Voglstadl. Freunde gefühlvoller und rockiger Balladen in Mundart kommen garantiert auf ihre Kosten.

Stephan Reiter