Zur Vorbereitung auf spätere Bewerbungs- und Auswahlverfahren konnten die Schülerinnen und Schüler der Klasse W11b am 30.01.2018, im Rahmen der fachpraktischen Anleitung, an einem Assessmentcenter-Training teilnehmen.

Den Begriff Assessmentcenter (AC) könnte man mit Einschätzungszentrum übersetzen, wobei es sich im Kern um Verfahren der Bewerberauswahl unter Verwendung verschiedenster Methodenbausteine handelt. Viele Unternehmen bedienen sich mittlerweile dieser Methoden vor einer möglichen Einstellung der Bewerber, um ein möglichst umfassendes Bild der Kandidaten zu gewinnen. Die Bausteine reichen vom klassischen Vorstellungsgespräch über Gruppendiskussionen, Rollenspielen, Interviews bis hin zu Einzelgesprächen oder Plakaterstellungen und -präsentationen. Angeleitet durch die Referentin Isolde Spieleder von der AOK Passau, konnten die Schülerinnen und Schüler der Klasse W11b eine Auswahl der im AC angewandten Bausteine erproben.

In einem einleitenden Kurzvortrag skizzierte die Referentin, was überhaupt in einem AC beurteilungsrelevant ist: Neben Fachwissen und Allgemeinbildung werden eine Vielzahl weiterer Fähigkeiten überprüft, wie etwa Kommunikation und Kontaktverhalten, systematisches Denken und Handeln, Initiative und Eigenständigkeit, Flexibilität, Team- und Konfliktfähigkeit oder Belastbarkeit und Stressbewältigung.
In einer ersten arbeitsteiligen Gruppenarbeit erstellten die Schülerinnen und Schüler Karteikarten mit Schlagworten zu den Themen „Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch“, „Äußeres und Auftreten“ und „Organisatorisches“, welche im Anschluss im Plenum vorgestellt wurden. Nach einer kurzen Diskussion der Ergebnisse stellte Frau Spieleder die anschließend von den Schülerinnen und Schülern durchzuführenden Übungen vor, wie sie exemplarisch auch in einem AC vorkommen können: Pro-Contra-Diskussionen, Selbstpräsentationen, Vorstellungen zur Markteinführung eines neuen Produkts und Kurzreferate zu diversen Themenstellungen standen zur Auswahl. Freiwillige für die einzelnen Übungen waren schnell gefunden. Auch eine dreigeteilte Beobachtergruppe für Feedbackrunden wurde eingesetzt, deren Aufgaben in Beobachtungen zum Blickverhalten und Augenkontakt, zur Körpersprache, Gestik und Mimik und zur Stimme, Aussprache und Wortwahl lagen. Darüber hinaus wurden die Beiträge von einem Schüler per Videokamera festgehalten.
Nach den jeweiligen Übungen erfolgte ein kurze Feedbackrunde durch die Beobachtergruppen und am Ende aller Übungen wurden die Videoaufnahmen abgespielt. Hierbei gab Frau Spieleder noch konkrete Tipps und Empfehlungen.
Im Anschluss an diesen Übungsteil mit Feedback vermittelte die Referentin noch einen kurzen Einblick in den „Job-Knigge“ nach aktuellster Fassung: Tipps und Regeln für Smalltalk, angemessene Kleidung und Sitzposition waren ebenso Themen wie richtiges Verhalten auf einer Firmenfeier. Zum Abschluss wurden mit den Schülerinnen und Schülern noch die geltenden Regeln bei Tisch besprochen und das Buch Business-Knigge vom Haufe Verlag als Lektüre empfohlen.

Alles in Allem kann dieser Vormittag, der Thematiken aus der zukünftigen Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler aufgegriffen hat, als sehr gelungen, kurzweilig und für eine fachpraktische Anleitung als absolut geeignet bezeichnet werden.

Thomas Jungwirth, OStR