Die W 13 des Wirtschaftszweiges der Staatlichen Fachober- und Berufsoberschule Passau besuchte vergangene Woche im Rahmen ihrer Abiturstudienfahrt nach Dresden

neben vielfältigen weiteren kulturellen Höhepunkten das brandaktuelle Theaterstück „Graf Öderland / Wir sind Das Volk“ von Max Frisch mit Texten von Dresdnerinnen und Dresdnern im Staatsschauspiel Dresden. Den Schülern und begleitenden Lehrern wurde dabei äußerst eindringlich und mit beklemmender Aktualität durch diese Aufführung, die in der deutschen Theaterlandschaft und auch international viel Beachtung gefunden hat, vor Augen geführt, wie schnell und in gefährlichem Ausmaß diffuse Angsterfahrungen und Unzufriedenheiten mit eigenen Lebenssituationen in der Bereitschaft münden können, extremistische Positionen einzunehmen sowie Ausgrenzung anderer und Gewalt als Lösung von gesellschaftlichen Herausforderungen zu akzeptieren. Schonungslos für alle Anwesenden dieser Aufführungen und der sächsischen sowie deutschen Gesellschaft einen beklemmenden Spiegel vorhaltend, greift dieses Theaterereignis das aktuellste Zeitgeschehen auf, zum Beispiel die Pegida-Demonstrationen in Dresden, deren Veranstaltungsplatz sich nur wenige hundert Meter entfernt vom Aufführungsort dieses Stückes befindet, die Silvesterereignisse am Kölner Hauptbahnhof, den Umgang mit Fremden, die Angriffe auf Flüchtlinge und deren Helfer, gewaltsamen Aufstandsbewegungen im Volk sowie die Reaktionen der verantwortlichen Politiker in diesem Land.
Den Passauer Oberschülern sowie ihren begleitenden Lehrkräften wurde in dieser Stadt, in diesem Theater, an diesem Ort hierbei, wie allen Besuchen der Aufführungen dieses Stückes, damit nachhaltig vergegenwärtigt, dass nur aktives Engagement im Sinne und nach den Normen unseres freien Gemeinwesens mit seinem grundgesetzlichen Rahmen die offene, demokratische Gesellschaft vor deren Feinden jedweder Art schützen kann.
Daraus war für die Schulgruppe aus Passau, mit den Herausforderungen durch die Ankunft vieler Flüchtlinge in der Stadt sowie den umgebenden Regionen Niederbayerns, ebenso
eine weitere Diskussionsgrundlage geschaffen, ausgehend von den teilweise drastischen Reden und Szenen in diesem Theaterereignis, welches somit noch lange nachwirken kann und in den Fächern Deutsch, Sozialkunde und Geschichte dieser 13. Klasse analysiert und diskutiert werden wird, auch verbunden mit der Frage nach den Wirkungsmöglichkeiten von Theater in der heutigen Zeit.

Michael Dominik, OStR
(vgl. auch PNP-Artikel über diesen Theaterbesuch vom 12.1.2016)

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