1. Allgemeines zum Bundeswettbewerb

Jugend debattiert - 10 Jahre Erfolgsgeschichte

2001 wurde Jugend debattiert erstmals auf lokaler Eben in Frankfurt/M. erprobt und noch im selben Jahr übernahm der Bundespräsident die Ausweitung des Wettbewerbs auf Bundesebene unter seine Schirmherrschaft. Heute (2012) ist Jugend debattiert das größte privat-öffentlich finanzierte Projekt zur sprachlichen und politischen Bildung mit bundesweit über 135000 Schülerinnen und Schülern an ca. 800 Schulen. Jugrnd debattiert ist ein Projekt, das zudem unterstützt wird durch die Gemeinnützige Hertie-Stiftung. Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung zählt zu den großen privaten Stiftungen in Deutschland. Sie organisiert und fördert den Bundeswettbewerb „Jugend debattiert.“ Kooperationspartner sind die Stiftung Mercator, die Heinz Nixdorf Stiftung und die Robert Bosch Stiftung, die Kultusministerkonferenz und die Kultusministerien aller Bundesländer. Der Bundeswettbewerb besteht seit 2002. Im Jahre 2006 nahmen erstmals über 50.000 Schüler daran teil.

Lesen Sie auch folgende Artikel aus dem Jahresbericht 2005/06 der Beruflichen Oberschule Passau:

2. Das Format von Jugend debattiert

a) Struktur

Grundlage von "Jugend debattiert" ist ein bundesweites Schulnetz. Die Schulen sind schulartübergreifend in Verbünden organisiert. Lehrer aller Fächer dieser Schulen werden von professionellen Trainern im Debattieren geschult. Anschließend trainieren die Lehrer ihre Schüler im regulären Unterricht. Der Wettbewerb erfolgt auf verschiedenen Ebenen: Klasse, Schule, Schulverbund, Land und Bund.

b) Debattenregeln

Jeweils vier Schüler debattieren in einer Debatte über aktuelle, politische Streitfragen wie: "Sollen öffentliche Plätze videoüberwacht werden?" Die Debatte dauert insgesamt 24 Minuten. Jeder hat zu Beginn 2 Minuten ungestörte Redezeit. Anschließend folgen 12 Minuten freie Aussprache. Für das Schlußwort steht jedem Teilnehmer 1 Minute zur Verfügung. Dabei darf er seine Meinung auch äußern. Bewertet werden Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfreudigkeit und Überzeugungskraft. Die Teilnehmenr erhalten das Debattenthema einige Tage vorher mitgeteilt, aber erst unmittelbar vor dem Wettkampf wird bestimmt, wer die Pro- bzw. wer die Contraseite übernimmt.

3. Jugend debattiert international

Jugend debattiert international wurde 2005 erstmals in Polen und Tschechien ausgerichtet. Seit 2006 sind auch Schulen in Estland, Lettland und der Ukraine mit dabei. Die Initiative für den Wettbewerb in Mittel- und Osteuropa geht auf den Fonds „Erinnerung und Zukunft“ zurück, das Goethe-Institut übernimmt die Durchführung, die Gemeinnützige Hertie-Stiftung stellt Regeln und Erfahrungen von Jugend debattiert in Deutschland zur Verfügung.
Die Regeln von Jugend debattiert international entsprechen denen von Jugend debattiert.

Jugend debattiert international will zur Auseinandersetzung mit Menschenrechten und ihren geschichtlichen Hintergründen anregen und das Debattieren als Medium politischer Kultur und demokratischer Auseinandersetzung stärken. Um zugleich die Deutschkenntnisse in den beteiligten europäischen Ländern und damit auch bilaterale Kulturbeziehungen zu fördern, findet das Projekt in deutscher Sprache statt.
Das Projekt basiert auf einer Lehrerfortbildung, die den Lehrkräften ermöglicht, eine Unterrichtsreihe in deutscher Sprache in ihren Klassen anzubieten. Die Regeln von „Jugend debattiert international“ sehen vor, dass stets vier Teilnehmer miteinander diskutieren. Jeder hat zum Auftakt zwei Minuten ungestörte Redezeit. Anschließend folgen zwölf Minuten freie Aussprache. Für das Schlusswort steht jedem Schüler nochmals eine Minute zur Verfügung, in der er auch seine Meinung im Lichte der Debatte verändern darf.

Der Fonds „Erinnerung und Zukunft“ leistet mit der Initiative für „Jugend debattiert international“ einen Beitrag zur historischen und politischen Bildung junger Menschen in Europa. Der Fonds stellt für den Wettbewerb für die Dauer von drei Jahren insgesamt 350.000 Euro zur Verfügung.
Im Rahmen des „Deutschen Kulturfrühlings“ in der Tschechischen Republik wird am 6. März 2007 in Budweis eine öffentliche Debatte aus gemeinsamen Teams der Passauer und Budweiser Schule stattfinden. Das Projekt geht auf die Initiative des Goethe-Instituts Prag zurück.

Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Es fördert die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland und pflegt die internationale kulturelle Zusammenarbeit. Die Federführung für die Durchführung von „Jugend debattiert international“ in Mittel- und Osteuropa liegt beim Goethe-Institut Prag, das in Zusammenarbeit mit den Goethe-Instituten in den jeweiligen Ländern die Aktivitäten des Projekts koordiniert.

Das Debattenthema wird aktuellen, regionalen und bildungspolitischen Bezug haben. Unter dem Motto „Über Grenzen sprechen“ richtet sich die Gesamtveranstaltung an die Deutsch-Lehrer des südböhmischen Bezirks, die zur Teilnahme ihrer Schülerinnen und Schüler an dem Wettbewerb mit Deutsch als Debattensprache Sprache ermuntert werden sollen, sowie an die Germanistikstudenten der Universität Budweis und an alle deutschsprachigen Bewohner der Region. Die Kontakte der Passauer und der Budweiser Debattanten beschränken sich nicht nur auf den öffentlichen Auftritt, sondern sie werden in einem zweitägigen Seminar vorweg sicherlich die Gelegenheit nutzen, sich auch menschlich näher zu kommen und vielleicht sogar längerfristige Kontakte zu knüpfen. Zudem wird die Theatergruppe der FOS/BOS Passau die Eigenproduktion „Fremd, Fremde, Fremder“ im Rahmen der Budweiser Veranstaltung präsentieren.

Lesen Sie hierzu folgende Artikel aus den Jahresberichten der Beruflichen Oberschule Passau:

 


4. Jugend debattiert als Schulaufgabenersatz