Die Berufliche Oberschule Passau bei „Jugend debattiert“

Der gute Lenin soll sie während der russischen Revolution wie eine Waffe genutzt haben, Martin Luther hatte davon sozusagen im Überfluss und Marcus Tullius Cicero versuchte sie in jungen Jahren bei seinen Studienreisen in Griechenland unter anderem dadurch zu erlangen, dass er am Strand gegen wilde Wellen anschrie. Gemeint ist die zeitlos bewundernswerte Redekunst!

Heutzutage gibt es da einen anderen Weg: Man melde sich nur an der FOS/BOS-Passau an, bekomme die Gelegenheit an einen der fanatischen „Jugend dabattiert“-Lehrer zu geraten und beweise sich schließlich als Naturtalent in dem ebenso genannten Wettbewerb. Dort wurden durch die Jahre hindurch schon des öfteren aus hoffnungsvollen Rohdiamaten seriöse Redekünstler. Und im Unterschied zum reinen Redner erhält man hier zudem die Möglichkeit seine Gedanken diskutierend mit anderen zu teilen, was einen auch als Mensch weiterbringen kann.

So ist das auch dieses Jahr wieder geschehen. Schon im Januar fanden die jährlichen schulinternen Ausscheidungen mit reger Beteiligung vieler Unterstützer statt. Und nun, am 27.02.2013, wurden die Besten ausgesandt, um unsere Schule im Regionalwettbewerb am Gymnasium Vilshofen zu vertreten. Die drei engagierten Debattenexperten Jan-Sebastian Dinter, Maximilian Preuss und Konstantin Springer erarbeiteten sich dabei zunächst beachtliche Leistungen in den Halbfinals der Diskussionsmeisterschaften. Letztlich schaffte es aber nur Konstantin Springer aus der S12b in das Finale vorzudringen, wo er sich einen guten, aber undankbaren dritten Platz sicherte - undankbar, weil nur die ersten beiden Plätzen zur Teilnahme an der nächsten Runde in München berechtigen. Nicht nur die angereisten FOS/BOS-Schlachtenbummler und Lehrer (hier ausnahmsweise etwas subjektiv) hatten die Meinung, dass hier Leistung und Platzierung leider nicht ganz übereinstimmten.

Mit neuen Eindrücken und Erfahrungen, um die Gewissheit der eigenen Leistungskraft bereichert und mit viel Freude an Kreativität reiste unsere Gruppe abends wieder in die Dreiflüssestadt zurück, wo man noch dank der Freunde und Förderer der Schule vergnügt den langen Tag Revue passieren ließ – natürlich augenzwinkernd, wild diskutierend und beherzt disputierend.

Gerhard Kölbl, StR

 

Schulinterner Wettbewerb am 18.01.2013

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Teilnehmer im Schulwettbewerb Jugend debattiert 2013

Sieger:

Constantin Springer, S12B (ganz links), Julia Weidinger, S12C (zweite v. links), Jan Dinter, S12C (vierter v. links), Maximilian Preuß, WS12 (zweiter von rechts)

 

 

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Die beteiligten Lehrkräfte, v. l.: StR Regner, StR Dominik, StR Kölbl, StR Hintermayr

 

„Die sind ja wirklich nicht auf den Mund gefallen…“ – Deutliche Argumente und Wettkampffairness beim Schulwettbewerb „Jugend debattiert“ 2013

Am 18. Januar 2013 wurde im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend debattiert“, ausgehend von einer erfolgreichen Tradition, die sich bereits ein Jahrzehnt bewährt hat, unsere schulinterne Finalveranstaltung durchgeführt. Dabei ist die Passauer Fos-Bos Teil einer mittlerweile auf ganz Europa sich erstreckenden Gemeinde von mehreren hundert Teilnehmerschulen mit Tausenden von Schülern, die ihr Können in der Redekunst und der Argumentation gezielt weiterentwickeln und in Wettbewerben messen. Hierfür übernehmen speziell geschulte Lehrer die Vorbereitung und Hinführung zu nachhaltigen Debattenstandards in ihren Unterricht und bereiten damit die Schüler, deren Teilnahme an den Wettbewerbsdebatten freiwillig ist, auch auf diese Schulfinalveranstaltungen vor.

An diesem Tag lag also nun wieder gespannte Erwartung über dem Veranstaltungsraum, der bis auf den letzten Platz mit Schülern und Lehrern gefüllt war, im Schulgebäude in der Heiliggeistgasse. Begleitet von „Fan-Gruppen“ aus den Klassen der Finalteilnehmer, hatten sich die mutigen Debattenfinalisten über eine Woche auf die verbindlichen Themen vorbereiten können. Zu debattieren galt es in den zwei Halbfinalen die Frage: „Sollen Facebook-Partys verboten werden?“ sowie im Finale das Thema „Sollen in der Familie gute Schulnoten ganzjährig mit Geldprämien honoriert werden?“. In seinen Begrüßungsworten machte am Beginn dieses spannenden Nachmittags Schulleiter OStD Dr. Haggenmüller deutlich, wie wichtig eine ausgereifte sowie faire Diskussions- und Debattenkultur für die erfolgreiche Kommunikation innerhalb der Schulfamilie und darüber hinaus für eine gelebte Demokratie, die alle Bürger zu aktiver Teilnahme einlädt, in jedem Gemeinwesen ist. Nach dieser Einstimmung wurden auf einem hohen Niveau, mit vollstem intellektuellen und taktischem Geschick sowie großer Fairness der Teilnehmer die Wettkampfdebatten durchgeführt, wobei eine lebhafte, mitfiebernde, aber auch heitere Stimmung der vielen Zuschauer dieser „Debattenarena“ einen würdigen Rahmen bot. Als Jury für diese fordernde Schulveranstaltung konnten die Deutsch-Kollegen Herr Hintermayr, Herr Kölbel und Herr Regner vom Schulkoordinator für „Jugend debattiert“, Herrn Dominik, gewonnen werden, denen es bei der Bewertung dieser Schülerleistungen oft nicht leicht gemacht wurde, da alle Teilnehmer beachtliches Können zeigten. Als Schulsieger für diesen hausinternen Wettbewerb wurden schließlich, nach intensiven Beratungen der Jury, Jan Dinter aus der S 12C, Maximilian Preuss aus der WS 12, Konstantin Springer aus der S 12B sowie Julia Weidinger aus der S 12C gekürt. Für diese Schulsieger geht der Weg nun weiter zum Regionalwettbewerb, der für Niederbayern dieses Jahr im Gymnasium Vilshofen ausgetragen wird. Dabei hoffen unsere Schulsieger an die Leistungen vergangener Jahre anknüpfen zu können, als Schüler der Fos-Bos-Passau überregionale Erfolge erzielen konnten, welche sie über den Landesentscheid in München in Richtung des Bundesfinales nach Berlin führten, das dort jedes Jahr unter Anwesenheit des Bundespräsidenten stattfindet. Neben diesen möglichen weiteren Wettkampfherausforderungen liegt das Augenmerk unserer Oberschule in diesem Zusammenhang aber stets auch darauf, dass ähnliche Debattensituationen mittlerweile auch sehr häufig im Rahmen von Bewerberauswahlverfahren von Betrieben, Behörden, Hochschulen und Stipendienvergabeeinrichtungen eine wichtige Rolle spielen, was ehemalige Schüler sowie Partner unserer Fos-Bos aus der Wirtschaft und den Hochschulen hervorheben. Diese Tatsache wird daher in der Vorbereitung zu diesem Wettbewerbstag, neben dem Spaß und der Herausforderung bei dem professionellen Debattieren, von den beteiligten Kollegen in den Klassen vermittelt, was immer auch als Teilaspekt solcher Schulveranstaltungstage eine wichtige Rolle im Hinblick auf weitere Berufswege nach der Schule spielt.

Für diesen gelungenen Nachmittag, dessen positive Wirkungen somit auch über das unmittelbare Schulleben hinausreichen, gilt der Dank allen beteiligten Schülern und Kollegen, dem Hauspersonal, welches die reibungslose Durchführung jedes Jahr erst ermöglicht sowie der Schulleitung, die das Projekt „Jugend debattiert“ an der Fos-Bos-Passau nachhaltig fördert, zum Beispiel auch an diesem Nachmittag wieder mit kostenloser(!) Verpflegung in Form von leckeren Konditorenwaren sowie Getränken für alle(!) Anwesenden, was die gute Laune der Beteiligten noch steigerte.

 

Michael Dominik, StR, Schulkoordinator „Jugend debattiert“