Vom Debatten-Wettbewerb an unserer Fos/Bos zur Donaumetropole Linz mit Johannes Kepler und Anton Bruckner

 

„Jugend debattiert“ des Jahres 2012 begab sich eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern aus verschiedenen elften und zwölften Klassen unter der Leitung der Kollegen Kölbel und Dominik Mitte Juli für eine Tagesexkursion nach Linz. Den ersten Teil dieses gleichermaßen interessanten und österreichisch-gemütlichen Tages bildete eine umfangreiche Stadtführung, die unsere Teilnehmer auch durch viele Epochen von Linz, Österreichs und damit häufig auch der bayerischen Geschichte führte. Dabei wurde die Entwicklung dieser dynamischen Donaustadt vom modernen Regierungs-und Verwaltungszentrum rund um das neugestaltete Bahnhofsviertel, über seine Bedeutung als Industriestandort bis zu römischen und keltischen Ursprungszeiten dieser Siedlungsgegend vermittelt. Trotz anfangs mäßiger Wetterumstände (Freitag, der 13.!?!) konnte dabei eine engagierte Stadtführerin uns in viele unbekannte Aspekte dieser ungewöhnlichen Metropole einweihen. Dies reichte vom erst 1924 fertiggestellten Neuen Dom, der Österreichs größte Kirche ist und einzigartige moderne Kirchenfenster mit Elementen digitaler Computergrafikkunst besitzt, über das „Landhaus“ im Renaissancestil, das der Wirkungsort des Astronomen Johannes Kepler für die dortige evangelische Schule war, bis zur Bedeutung des Komponisten Anton Bruckner für Linz, der auch der „Musikant Gottes“ genannt wird und das kulturelle Leben dieser Stadt noch heute prägt.

Einen weiteren Schwerpunkt unserer historisch-kulturellen Erkundungen auf diesem geschichtsträchtigen Stadtgebiet bildete die Zeit der NS-Herrschaft in Österreich mit der unheilvollen Rolle Hitlers, dessen Leben und verbrecherisches politisches Wirken viele Bezüge zu Linz aufweist. Ausgehend vom Jahr 1918 mit dem Ende der Kaiser- und Königsherrschaften in der Donaumonarchie sowie allen deutschen Ländern, damit auch in Bayern, zeigten sich die nachfolgenden demokratischen Republiken ihren antidemokratischen Gegnern letztlich nicht gewachsen. Diese Entwicklungen, auch Themen der Fächer Geschichte und Sozialkunde, wurden für die Schüler nun bei dieser Stadtführung für Linz, Österreich, Bayern und Deutschland thematisiert. Zum Abschluss des Weges durch die Geschichte dieser Metropole unserer oberösterreichischen Nachbarregion wurde deren Wandlung zu einem der wichtigsten Orte für moderne Kultur in Europa anschaulich gemacht, besonders bekannt durch das Ars Electronica-Festival für experimentelle Kunst, welches bereits 1979 erstmals veranstaltet wurde, zwei Jahre bevor IBM seinen ersten PC vorgestellt hat.

Inspiriert von solchen Anregungen begann nun der zweite Teil dieses Linztages, bei dem die Schüler in Kleingruppen die Stadt erkundeten, mit Möglichkeiten, die sich vom Schlossmuseum, über das Lentos Kunstmuseum bis hin zu vielfältigen Einkaufsstraßen sowie österreichischer Gastlichkeit in Cafehäusern und deren Verlockungen erstreckten, besonders in Form von „Linzer Schnitten“, dem weltbekannten Konditorenexportschlager dieser Stadt. Nach der Rückkunft von dieser informativen und angenehmen Exkursion nach Passau, entschied sich daher auch ein Teil unserer Reisegruppe diesen nun sonnigen Tag auf der Terrasse eines Passauer Lokals, mit viel Flusspanorama, wie in Linz, ausklingen zu lassen.

Michael Dominik, StR, Schulkoordinator Jugend debattiert