Das Seminar "Malen mit Tönen" der Beruflichen Oberschule präsentiert sein erstes Kriminalhörspiel
„Vogelfrei –
Der Penner von der Bahnhofsstraße“.

In folgendem Artikel berichtet die PNP über den gelungenen Premierenabend.

Kein Krimi ohne Eierschachteln

BOS präsentiert hauseigenes Hörspiel "Vogelfrei"

Fam-Marie Schaper 13.07.2018 | Stand 12.07.2018, 21:12 Uhr Passau 

 

PNP Bild

Seminarteilnehmer und Sprecher des Hörspiels (hinten von links): Kevin Krause, Manuel Freund, Carmen Kerschl mit Tochter, Regina Ertl, Julia Gais, Magdalena Moser, Martin Schröpf, Thomas Lermer, Lukas Schenk, Sandra Brunnbauer; vorne: Robert Stadler, Mike Schwarz. − Foto: Schaper

 

Simon Gruber war vieles – Bauernbua, Weltverbesserer und Obdachloser. Sein Leben war nicht gerade einfach und eines Tages wird seine Leiche am Wehr des Inglinger Kraftwerks aus dem Wasser gefischt. Doch war es wirklich nur ein Unfall? Diese Frage lässt den Reporter Martin Keller nicht mehr los, der den Tod seines ehemaligen Schulkameraden einfach nicht ruhen lassen will. Von Simon Grubers Tod handelt das Hörspiel "Vogelfrei – der Penner von der Bahnhofsstraße", ein Projekt der Beruflichen Oberschule. Lehrerin Julia Gais hat im Rahmen ihres Seminars "Malen mit Tönen" zusammen mit ihren Schülern Martin Schröpf, Kevin Krause, Magdalena Moser und Regina Ertl ein Jahr lang gearbeitet, bis sie das Hörspiel am vergangenen Montag endlich vorstellen konnte.
"Es steckt sehr viel Zeit und Herzblut darin", sagt Lehrerin Julia Gais. Die Geschichte um Simon Gruber dauert nur 42 Minuten – doch das darf nicht täuschen. Wie viele Stunden Arbeit darin stecken, können die Seminarteilnehmer gar nicht mehr zusammenrechnen. Auch nach Ende des regulären Schultags widmeten sie sich ihrem Projekt. Das Hupen eines Autos, Schritte auf einem Kiesweg, Münzen, die in eine Schale fallen – all das musste aufgenommen werden. Dafür nahmen die Schüler Aufnahmegeräte mit nach Hause und zu Spaziergängen durch den Wald.
Aber mit einer Aufnahme war es meistens noch nicht getan. "Es war schwieriger als ich dachte", erinnert sich Magdalena Moser. Authentisch rüberzukommen fiel ihr nicht immer leicht. "Ich sollte eine Mountainbike-Fahrerin darstellen und atemlos klingen", erzählt sie. Dazu rannte die Schülerin vor jeder Aufnahme vom Erdgeschoss in den dritten Stock. Erst nach mehreren Versuchen waren dann alle zufrieden.
"Ohne die viele Hilfe von außerhalb hätten wir es niemals geschafft", sagt Julia Gais. Freunde und Familie der Seminarteilnehmer wurden eingespannt und übernahmen diverse Sprechrollen. Marius Wilnat komponierte eigens Musik für das Projekt und Lukas Schenk half bei Schnitt und Ton. Doch das Projekt blieb trotz der vielen Helfer nicht ohne Probleme.
"Dieses Mal wurden wir vor große Herausforderungen gestellt", berichtet Julia Gais. Schon im vergangenen Jahr hatte sie ein Hörspiel mit ihren Schülern erarbeitet. Damals hatten sie noch die Räume des ZMK der Universität Passau nutzen können. Dieses Jahr standen sie nicht zur Verfügung. "Das war erst einmal ein Schock", sagt Hörspiel-Regieassistentin Sandra Brunnbauer. Die Fantasie der Seminarteilnehmer war gefragt. Das Ergebnis: Eine selbst gebaute Hörspielkabine aus Stellwänden, gestopft mit Mänteln und Decken und gedämpft mit jeder Menge Eierschachteln.
"Ich habe in der Zeit sehr viele Eier gegessen", erzählt Kevin Krause, Ingenieur der Kabine, "jetzt nicht mehr."
Dass das Hörspiel unter so improvisierten Bedingungen entstanden ist, lässt sich beim Hören nicht mehr ausmachen. Doch in Zukunft muss Julia Gais nicht mehr auf gedämpfte Stellwände zurückgreifen. Nachdem sie mit ihrem Hörspiel des letzten Jahres zum Thema Ritalin einen Hörspielpreis gewonnen hatte, gab Schulleiter Dr. Reinhold Haggenmüller den Bau eines schuleigenen professionellen Tonstudios in Auftrag.
"Jetzt muss ich wohl nächstes Jahr wieder ein Seminar anbieten, ob ich will oder nicht", sagt Julia Gais scherzend. Auf die Frage, was sie für nächstes Jahr geplant hat, kann sie ohne nachzudenken antworten. "Diesmal möchte ich gerne etwas Historisches machen", sagt sie. Auswanderern aus dem Bayerischen Wald, die es Anfang des 19. Jahrhundert nach Amerika verschlug, will sie sich mit der nächsten Seminargruppe widmen. Die meiste Zeit soll an Bord eines Schiffes spielen. "Das gibt akustisch so viel her", schwärmt die Lehrerin. So wird Julia Gais in einem Jahr vermutlich wieder ein Hörspiel vorstellen können – diesmal auch ganz ohne Eierschachteln.
Wer wissen will, wie Martin Kellers Ermittlungen ausgehen, kann sich ab nächster Woche das Hörspiel als MP3 Datei auf der Webseite der BOS (www.fos-bos-passau.de) anhören oder eine CD im Sekretariat der Schule erwerben.
Fam-Marie Schaper

Hier können Sie das Höerspiel als MP3 anhören

„Das Hörspiel kann auch - unkoprimiert und im wav-Format - auf Audio-CD im Sekretariat erworben werden.“

Impressionen vom Hörspielabend und dem neuen Tonstudio

 

   
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