Die Seminargruppe "Spiele, Spieltheorien und Experimente" erprobt u.a. die Einsatzmöglichkeiten der Spiele der Seite www.classex.de im Unterricht.

Classex ist ein Projekt des „Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Wirtschaftstheorie“ an der Uni Passau und wenn "das Gute schon so nahe liegt", dann war es naheliegend, eine wissenschaftliche Mitarbeiterin des Lehrstuhls zu uns an die Berufliche Oberschule Passau einzuladen. Wir freuten uns, Frau Susanna Grundmann begrüßen zu dürfen, die uns einen Vormittag lang die Classex-Seite mit ihren zahlreichen und vielfältigen Spielen und Experimenten vorstellte.
Auf dem Apfelmarkt boten Handler einen Korb mit Äpfeln an, wobei die Händler jeweils individuelle "Herstellungskosten" für dieses Gut hatten. Im anderen Fall hatten die Kunden unterschiedlich hohe Wertschätzungen für diese Äpfel. Ziel ist es nun, dass sich Anbieter und Nachfrager zusammenfinden, um möglichst viele Kaufverträge abzuschließen, wobei naturgemäß kein Händler bereit war, unter seinen Kosten zu verkaufen und kein Nachfrager einen Preis zahlen wollte, der höher war als seine Wertschätzung für die Äpfel. Die Teilnehmer gingen also im Unterrichtsraum umher, um einen Handelspartner zu finden, mit dem sie sich auf einen Kaufpreis einigen konnten. In unserer kleinen Seminargruppe kamen nicht alle Marktteilnehmer zum Zug, nur wenige Kaufverträge konnten abgeschlossen werden. Doch grafisch schön verdeutlich, konnten die Seminaristen nachträglich die Preisbildung auf diesem Apfelmarkt erkennen und feststellen, z. B. welche Anbieter keine Äpfel verkaufen konnten.
Frau Grundmann spielte mit der Seminargruppe auch das Gefangenendilemma, in dem zwei Gefangene, denen eine gemeinsame Straftat vorgeworfen wird, in getrennten Räumen verhört werden. Je nach individueller Strategie (Gestehen oder Leugnen) und in Abhängigkeit der dem einzelnen Gefangenen unbekannten Strategie des Anderen fällt die Freiheitsstrafe dann höher oder geringer aus.
Die Seminaristen stellten zahlreiche Fragen (auch zur Interpretation der Ergebnisse), die von Frau Grundmann äußerst kompetent beantwortet wurden. Im Laufe der Diskussion stellten sich die Teilnehmer dann die Frage, ob in unterschiedlichen Gruppen (z.B. Abiturienten, Realschüler) signifikant unterschiedliche Spielergebnisse zu erwarten seien. Nach Einschätzung von Frau Grundmann dürfte das bei einigen der Spiele der Fall sein, auch weil jüngere Teilnehmer die Spiele vielleicht noch nicht so erfassen oder weil sie Entscheidungen spontaner aus dem Bauch heraus treffen würden.
Dies war jedenfalls eine sehr gute Anregung, solche Fragenstellungen in die einzelnen Seminararbeiten aufzunehmen, indem die Spiele in unterschiedlichen, möglichst heterogenen Gruppen gespielt, die Ergebnisse vergleichen und die Unterschiede (oder sogar Gemeinsamkeiten) interpretiert werden.
Ein ganz herzliches Dankeschön an Frau Susanna Grundmann für diesen bereichernden Vormittag an unserer Schule.

Andreas Ott, OStR

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