FOS/BOS nimmt am Bundeswettbewerb "Jugend debattiert" teil.
Oliver Glombitza 01.02.2019 | Stand 31.01.2019, 21:24 Uhr Passau
(Mit freundlicher Genehmigung der PNP)

Jdd

Die Finalisten für den Regionalentscheid in Landshut (v.l.): Valentin Fleischmann, Michael Hirtinger, Wenzel David und Leon Puffer zusammen mit Lehrer Michael Dominik (m.)
Foto: Fos/Bos Passau

Artikel aus der PNP vom 31.1.2018:

Ob ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern auf deutschen Autobahnen etwas Positives bewirken würde, ist strittig. Es ist ein Für und Wider – ein Pro und Kontra. Debattiert kann darüber lange werden. Genau dass, was die Staatliche Fach- und Berufsoberschule Passau, jetzt getan hat. Für den Bundeswettbewerb "Jugend debattiert", stritten sich die Schüler der Sekundarstufe 1 und 2 mal so richtig – aber stets mit Respekt für ihre Gegenüber.
Der Wettbewerb selbst ist nicht neu, doch in Zeiten, in denen öffentlich gern von einer "verrohenden Debattenkultur" gesprochen wird, umso aktueller. Der Ablauf ist simpel: Es gibt eine Pro- und eine Kontraseite, auf der sich jeweils zwei Schüler als Teams gegenüber-stehen. Zunächst verliest jeder Schüler ein Statement zum Thema – Pro und Kontra immer im Wechsel. Anschließend kommt es zu einem 15-minütigen Schlagabtausch in der Hauptrunde. Hier darf leidenschaftlich, aber faktenbasiert diskutiert werden. Die Jury, bestehend aus sechs Lehrern, achtet auf gleich lange Redeanteile. Abschließend gibt jeder Schüler erneut ein Statement zur Debatte ab. Die Jury entscheidet nun über den Sieger, der die besten Argumente am sinnvollsten vorbrachte.
Das erste Thema des Tages: Braucht es ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern auf deutschen Autobahnen? Da geht es hin und her: Die Pro-Seite verweist auf den fließenden Verkehr bei 130 im Nachbarland Österreich und das hektische Gedrängel nach dem Grenzübertritt nach Deutschland. Für die Kontra-Seite ist klar, ein Tempolimit schadet der deutschen Wirtschaft und der Attraktivität des Landes für Touristen. Immer wieder wird die Argumentation mit recherchierten Zahlen und Statistiken untermauert, etwa zur Umweltbelastung, den Unfalltoten oder der Lärmbelästigung bei verschiedenen Geschwindigkeiten. Fundiert und überzeugend.
Nach einer weiteren Runde zum Thema Wehrdienst – "Sollte das wehrfähige Alter von 17 Jahren auf 18 erhöht werden?" – stehen die Sieger fest: Valentin Fleischmann, Michael Hirtinger, Wenzel David und Leon Puffer fahren als Vertreter der Schule zum Regional-entscheid nach Landshut. Triumphieren sie auch dort, könnte später das Finale auf Bundesebene folgen.
Darüber, dass der Wettbewerb wichtig ist, sind sich Lehrer- und Schülerschaft beiderseits einig: "Die Schüler lernen für die Debatte wie sie richtig recherchieren, konstruktiv debattieren und dabei respektvoll miteinander umgehen. In Zeiten von Hassrede und Fake News ist mir das besonders wichtig", sagt Michael Dominik, Schulkoordinator für den "Jugend debattiert"-Wettbewerb. Der 18-jährige Laurenz Schmid nahm selbst an der Debatte teil und betont, wie wichtig ihm das Gelernte für die Zukunft erscheint: "Zu debattieren und schnell und durchdacht antworten zu können ist ja auch bei Vorstellungsgesprächen in der Wirtschaft hilfreich."

   
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok Ablehnen