Gutes Essen und schlechte Wirtschaftsleistung – bei unserer eintägigen Seminarfahrt nach München werden (leider) viele Vorurteile über Italien bestätigt!

Italienisches Flair ist spür- und erlebbar bei Eataly, in der Schrannenhalle nahe dem Münchner Viktualienmarkt. Eataly bezeichnet sich selbst als Marke, die „eine Reihe kleiner Firmen, die in diversen Bereichen der Önogastronomie tätig sind, vereint. Ziel ist es, mehr Menschen dazu zu bringen, sich bewusst zu ernähren, Produkte von höchster Qualität zu wählen und besonders auf die Herkunft und Verarbeitung der Zutaten zu achten.“ Dass der Begriff der Önogastronomie nicht einmal in Google deutlich definiert ist, passt irgendwie zum dem italienischen Unternehmen, das weltweit in vielen Großstädten Filialen betreibt.

Eataly steht für italienische Esskultur und Lebensart. Gute Produkte der italienischen Landwirtschaft sollen für alle erschwinglich sein. Das Konzept der Marke verkörpert sich in den vier Bereichen Essen, Kaufen, Lernen und Nachhaltigkeit. Wer sich verköstigen will, findet in den thematisch diversifizierten Restaurants, die an verschiedenen Ecken in der Halle verteilt sind, viele typisch italienische Gerichte, wie z.B. die Pizza Napoli, die auch nur von „echten“ Napolitanern zubereitet wird. Wer zuhause selber kochen möchte, kann sich dafür streng nach Herkunft und Qualität kontrollierte Zutaten besorgen. Außerdem werden Kurse und Fortbildungen über Ernährung für alle Altersstufen und Zielgruppen angeboten, um die Bedürfnisse eines sehr breit gefächerten Publikums zu befriedigen. Ergänzend arbeitet Eataly mit der international anerkannten Non-Profit-Organisation Slow Food Italia zusammen, die eine moderne und innovative Form des Lebensmittelvertriebes vorantreibt.

Essen, Trinken, Probieren, bei der Zubereitung zusehen oder einfach nur das sehr spezielle Sortiment betrachten; gerne wären wir noch länger in der italienischen Welt von Eataly abgetaucht! Doch der nächste Termin bei der Italienischen Handelskammer wartet bereits!

„Die Italienische Handelskammer München-Stuttgart mit Hauptsitz in München ist ein Verein, dessen Mitglieder Unternehmen, Freiberufler und Institutionen sind. Die Kammer wurde 1926 in München gegründet und ist von der Republik Italien anerkannt. Vorrangige Aufgabe der Handelskammer ist die Vertiefung der wirtschaftlichen Kontakte zwischen Italien und Deutschland. Das Dienstleistungsangebot erleichtert deutschen und italienischen Firmen den Eintritt in den ausländischen Wirtschaftsraum. Sie verhelfen zu Kontakten mit Handelspartnern und organisieren Promotion-Aktivitäten im Auftrag ihrer Kunden.“

Projekt-Managerin Martina Agosti erläutert uns in einem Vortrag die Bausteine der italienischen Wirtschaft. Dabei bezieht sie Stellung zu den Themen Import, Export, wichtigste Wirtschaftsgüter, Handelspartner und zu der aktuellen Wirtschaftsleistung Italiens und geht dabei genau auf die Themen ein, mit denen sich unsere Schülerinnen und Schüler in ihren Seminararbeiten auseinandersetzen. Entsprechend viele Fragen muss Frau Agosti unserem interessierten Zuhörerkreis beantworten. Letztendlich wird deutlich, dass es kulturelle Besonderheiten und das damit verbundene politische System sind, welche einer wirtschaftlichen positiven Entwicklung derzeit entgegenstehen. Zwar gibt es einige mittelständische Unternehmen, die im Bereich der Automobilzulieferindustrie, im Maschinenbau oder auch in der Pharmazie Spitzentechnologie liefern. Fraglich bleibt jedoch, inwiefern sie zukünftig in der globalisierten Wirtschaft mithalten und damit wettbewerbsfähig sein können.

Anlass zu großer Sorge besteht für die Italiener dennoch nicht! Dafür sind sie zu sehr darin geübt, das schöne, süße Leben zu genießen!

B. Stern / J. Weber

Eataly 01

Eataly 02

Eataly 03

Italcam

 

   
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