Am 27. und 28. November 2019 war Herr Dr. Baumgartner, ehrenamtlicher Leiter der Zweigstelle „Weisser Ring“ Passau zu Gast an unserer Schule.

Nach einer hinführenden Herleitung des Begriffes Zivilcourage - was Mut ist, wann Mut auch gefährlich werden kann - stellte er die Arbeit des Vereins „Weisser Ring“ vor.

Der Weisse Ring existiert seit 1976. Herr Dr. Baumgartner ist bereits seit 41 Jahren Mitglied. Der Weisse Ring ist eine Organisation zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Prävention von Straftaten, die in ganz Deutschland vertreten ist. Insgesamt besteht dieser Verein aus 50.000 Mitgliedern, davon sind 3000 ehrenamtlich aktiv.  Herr Dr. Baumgartner hat uns erzählt, dass der Weisse Ring in engem Kontakt mit der Polizei - der K1 - steht und sofort informiert wird, wenn Opfer und Angehörigen dies wünschen. Wenn er am Tatort eintrifft, um Betroffene zu betreuen, sei die Leiche „oft noch warm“.

Der Weisse Ring finanziert sich hauptsächlich von Geldern aus Strafprozessen, Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Stiftungen. Insgesamt hat der Verein bereits 156 Millionen Euro für Opfer ausgegeben, im Jahr 2018 waren es allein 19 Millionen Euro.

Die Organisation unterstützt Opfer mit immaterieller und materieller Hilfe. Die Mitarbeiter hören den Betroffenen zu, sodass diese über ihr Leid reden können. Zudem arbeiten sie auch als eine Art „Scout“, indem sie Opfer mit dem Gericht in Verbindung setzen - Anwälte organisieren, mit Behörden kooperieren u.v.m. Auch während Gerichtsverhandlungen stehen sie den Opfern seelisch bei und kümmern sich um sie. So setzen sich die Mitarbeiter während Gerichtsverhandlungen auch als „Schutzwand“ zwischen Opfer und Täter, sodass der Täter keinen Blickkontakt zum Opfer aufbauen kann. Materielle Hilfen sind z.B. wichtige Alltagshilfsmittel wie eine Waschmaschine, wenn ein Opfer im Zeugenschutzprogramm etwa seine Wohnung verlassen muss und wichtige Gegenstände möglicherweise nicht kaufen kann.

Zur Prävention von Missbrauchsfällen veranstaltet der Verein in Kindergärten ein Puppentheater, um Kindern zu zeigen, welches Verhalten angemessen ist und wann Grenzen überschritten werden. Auch in Seniorenheimen betreiben die Mitarbeiter des Weissen Rings Präventionsarbeit, da ältere Leute am Telefon oft auf Betrüger hereinfallen. Diese geben sich als Angehörige aus und verlangen eine hohe Geldsumme. Ferner werden Workshops zu Cybermobbing und Informationsveranstaltungen an Schulen angeboten.

Der Vortrag war sehr interessant und man hat viel Neues erfahren. Herr Dr. Baumgartner hat uns verschiedenste Sichtweisen aufgezeigt und von Fällen bzw. Erlebnissen aus seiner Tätigkeit berichtet. Für unsere Fragen hatte er jederzeit ein offenes Ohr.

Sandra Stadler, Ursula Tomschy, Sandra Zick

 

Weisser Ring1

Weisser Ring2

   

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