FOS/BOS: Bei "Jugend debattiert" geht es nicht nur ums Gewinnen

Jgd 2020


"Sollen Innenstädte für große Geländewagen (SUV) gesperrt werden?" und "Soll in der Schule ein Fach ,Ökologisches Verhalten‘ eingeführt werden?": Zu diesen beiden Themen diskutierten gestern Schüler der zwölften und dreizehnten Klasse beim Schulentscheid "Jugend debattiert" an der Fach- und Berufsoberschule (FOS/BOS) Passau in Auerbach.
Die Schüler Phillip Obirei, Sophie Leonhard, Petar Kriszanac und David Wenzl zogen ins Finale ein. Zwei der Finalisten können am 19. Februar im Regionalentscheid in Vilshofen antreten. Läuft’s da ebenfalls gut, geht es weiter zum Wettbewerb auf Landes-, ja vielleicht sogar auf Bundesebene. In der BRD sind ca. 1300 Schulen an dem Wettbewerb beteiligt.
Nervöses Getuschel erfüllte den Raum im Erdgeschoss der Schule vor der gut zweistündigen Debatte mit zwei Vorrunden. Eine Glocke informierte das Publikum und die acht mutigen Teilnehmer der Diskussion (die Teilnahme ist freiwillig) über die (verbleibende) Redezeit. Faktenbasiert argumentierten diese sodann, zunächst zum Thema SUV. Von CO2-Ausstoß über Sicherheitsaspekte bis hin zu (fehlenden) Möglichkeiten der Kontrolle eines Verbots zogen sie Argumente in Betracht.
Die Schüler hatten sich bereits im Klassenverbund als gute Debattierer bewiesen, erklärte OStR Michael Dominik, Schulkoordinator "Jugend debattiert", im Vorfeld. "Der faire Meinungsaustausch ist heute wichtiger denn je", sagte er, da im Internet, vor allem von rechts, immer häufiger "gehetzt" werde. "Falsche Informationen werden in den Umlauf gebracht." Schüler lernen daher zu recherchieren, Aussagen und Quellen zu überprüfen und zu hinterfragen. "Wir sind die Bodentruppen der Demokratie", so der Deutsch-, Geschichte- und Sozialkunde-Lehrer.
"Es geht bei Jugend debattiert‘ nicht darum, der oder die Beste zu sein", sagte auch Schulleiterin Anna Maria Siegert, die wegen beruflichen Verpflichtungen beim Schulentscheid nur per Videobotschaft sprechen konnte. "Wir können alle profitieren, wenn wir richtig recherchieren und argumentieren", fuhr sie fort, an der FOS/BOS lege man viel Wert auf Demokratieerziehung. Tatsächlich nimmt die Schule bald zwei Jahrzehnte an "Jugend debattiert" teil. In Zweier-Teams stehen sich Pro- und Contra-Seite gegenüber. Fünf Lehrer sitzen in der Jury, geben Feedback. Eine Erfahrung, die auch später im Leben, etwa bei Bewerbungsgesprächen oder in Assessment-Centern helfen wird.
Finalist David Wenzl (20, W12a, Wirtschaftszweig) aus Neuhaus am Inn will vielleicht einmal Politikwissenschaften studieren. Er sieht in "Jugend debattiert" ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Demokratie: "Der Bundespräsident ist nicht ohne Grund unser Schirmherr."

   

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