Am ersten Oktober starteten wir, die Seminarteilnehmer „Bittersüße Versuchung – Schokolade“, nach Allhaming bei Wels. Ein winziger Ort mit gut 1.000 Einwohnern, in dem ganz zentral ein Chocolatier der Spitzenklasse seinen Firmensitz hat.

Wer die „Pralinenwelt Wenschitz“ betritt, wird von einem mehr als 12 Meter hohen Schokoladenbrunnen, dem höchsten der Welt, empfangen. Dieses Haus ist unverkennbar dem Genuss und der Leidenschaft „Schokolade“ gewidmet. Eine Passion, die in den Gesprächen mit dem Firmeninhaber und Visionär Helmut Wenschitz immer fühlbar ist. In gut zweieinhalb Stunden werden wir von ihm durch sein Schokoladenparadies geführt, wobei er unermüdlich all die Fragen unserer Gruppe beantwortet. Wir erhalten Insiderinformationen über das Geschäftsgebaren der Schokoladenindustrie, hören aber auch Geschichten vom „Salon du chocolat“ und den Wettkämpfen der besten nationalen Chocolatier-Teams der Welt.
An diesem Vormittag werden so unterschiedliche Themen angesprochen, wie Marketing, Handel, Preise oder auch der seit 01.08.21 geltenden Beruf „Chocolatier/Chocolatiére“ (früher: Bonbon- und Konfektmacher/in).
Wenn sich Schokolade wie Sand im Mund anfühlt, dann liegt es daran, dass sie noch nicht conchiert ist. Der Unterschied zur 72-Stunden-conchierten Schokolade mit wunderbarem Schmelz war beeindruckend. Spannend wird es dann beim Verkosten der unterschiedlichen Schokoladenarten. An zehn Stationen kann man von weißer über Vollmilch bis hin zur 100%-kakaohaltigen Schokolinse die Grundsorten schmecken, auch die neueste Errungenschaft „Ruby“, eine rosafarbene, sehr fruchtige Sorte. Angeleitet vom Schoko-Sommelier, Herrn Wenschitz, erfahren wir, wie man Schokolade wirklich genießt. Niemals beißen, sondern zwischen den Fingern reiben, dann am Gaumen schmelzen lassen und schließlich einatmen, damit sich die Geschmacksknospen richtig entfalten können. Ein wahrer Genuss. Jeder entdeckt dabei seine Lieblingssorte. Wer noch nicht genug probiert hat, der kann sich jetzt durch zehn Pralinenproben schlemmen.
Füllungen mit Marille, Kürbiskernmus, Birne-Melisse und weiteren betörenden Mischungen lassen uns die Zeit vergessen und das Leben genießen. Inspiration, Trends und Kreativität von allen Mitarbeitern tragen in einem gemeinsamen Brain-Storming zur Neuentwicklung einer Praline bei. Nichts ist tabu, so dass von Heublumenwiese über vegane Ernährung oder andere Impulse, alles auf den Tisch kommt und in eine Versuchspraline umgesetzt wird. Höchste Qualität der Rohstoffe und Manufaktur, also Handarbeit stehen dabei immer im Vordergrund.
Besonders beeindruckend war der Duft-Bereich, in dem 18 Aromen, die zur Anwendung kommen, erraten werden sollen. Keine leichte Aufgabe den wahrgenommenen, doch so bekannten Duft, schließlich auch richtig zu benennen. Herr Wenschitz hat zur Aromen-Bestimmung einen eigenen Somelier-Koffer erstellt und einen Fächer mit den wichtigsten Aroma-Bereichen kreiert. In seinen Seminaren schult er alle Interessierten, von Kindern, über Freunde der Schokolade bis hin zu Profis. Der Meister der Praline darf als Einziger in Österreich die seltenste Kakaobohne der Welt, die „Pure nacional“ in seinem Sortiment verarbeiten. Dahinter steht eine spannende Entdeckungsgeschichte, der eigentlich schon als ausgestorben gegoltenen Sorte. Auch die Besuche vor Ort in Ecuador und anderen Anbaugebieten, sowie die Bezahlung und Verarbeitung sind Themen der Erzählungen von Herrn Wenschitz.
Ein äußerst gehaltvoller, genussreicher und spannender Vormittag, der in entspannter Atmosphäre, mit dem lässigen österreichischem Charme von Herrn Wenschitz, das Highlight unserer Seminarphase ist.
Die Pralinenwelt Wenschitz in Allhaming, für jeden Schokoladenliebhaber ein absolutes Muss.

Doris Hillinger, StDin
Seminar: „Bittersüße Versuchung – Schokolade“



 

   

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