Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Oberschule Passau drehen Filmclip.

Es könnte eine Einstellung zur Verfilmung von Umberto Ecos Bestseller „Der Name der Rose“ gewesen sein. Herr Rasch, Lateinlehrer an der Beruflichen Oberschule Passau, steigt in Kutte und Kerzenlicht getaucht die Wendeltreppe aus dem Kellergewölbe herauf: „Salve! Tibi ostendo linguam latinam.“ So beschwört er Emily Fuß, sich für die alten Sprachen zu entscheiden. Einen Cut weiter wirbt die Französischlehrerin Frau Schubert mit einem „Bienvenue en France“ um die Schülerin. Eine Blende später sitzt diese wieder im Treppenhaus der Schule. Emily strahlt. Die Daumen von Kameramann und Regie zeigen nach oben. Eine weitere Szene ist im Kasten. Das Projekt „Imagefilm“ der SMV-Filmcrew läuft. Aber spulen wir mal kurz zurück.

Drei Wochen zuvor: Die SMV berät sich mit ihren zwei Spin Doctors aus der Lehrerschaft, Frau Stern und Frau Gais, über das Vorhaben, ihre Schule in Szene zu setzen. Die Storyline wird ganz analog auf ein Whiteboard aus Papier entworfen. Schnell stehen die Headline und der rote Faden: „Wir öffnen Türen!“, heißt es da. Die SMV will werben für ihre Schule, - in weniger als drei unterhaltsamen Minuten und mit einem Augenzwinkern. Keine Doku über das umfassende Bildungsangebot der Schule soll es werden, sondern ein fetziger Clip, der Funken schlägt und überspringen lässt sowie den Wunsch weckt, auch Teil dieser bunten Schulgemeinschaft zu sein.

„Von Schüler für Schüler“ lautet das Arbeitsmotto des Filmprojektes. Das bedeutet aber auch, dass das Projekt weitgehend allein von Schülern gestemmt und fehlendes Know How im Eiltempo angeeignet werden muss. Als das Equipment entliehen, Drehbuch und der Produktionsplan geschrieben sowie die Protagonisten gecastet sind, geht’s los. Bereits um 7:00 morgens sind die ersten Takes angesetzt, um ungestört von Laufpublikum am Set drehen zu können. So ist zumindest der Plan. Doch schon wieder holpert ein Lieferwagen die Heiliggeistgasse entlang und macht auch die zehnte Aufnahme unbrauchbar. Schließlich beauftragt die Regie kurzerhand eine Passantin, für einen Moment die Autos anzuhalten. Endlich Ruhe. Klappe die Elfte: „Kommt’s mit! Tauchen wir ein!“, lockt die BOS Schülerin Hannah Femböck das Teleobjektiv in unser attraktives Schulgebäude. Stellvertretend für viele andere Schüler und solche, die es werden wollen, nimmt sie den Schüler und Kameramann Quirin Ranzinger mit auf eine kurze Tour de Force durch die Schule. Das Sekretariat, das Chemielabor und das Tonstudio sind unter anderem die Schauplätze, die irgendwie jeder als schulische Tatorte kennt, aber doch aus einer ganz neuen Perspektive gezeigt werden. Nicht alles klappt auf Anhieb: Unter anderem wegen der Maskenpflicht im Schulgebäude müssen Szenen umgeschrieben, Rollen neu besetzt, wankelmütige Akteure bestärkt und überredet werden. Doch der Arbeitsflow und die Begeisterung über die eigene Leistung trägt das Team über alle Hürden und Hindernisse hinweg.

Obwohl die Filmcrew nach den zwei langen Drehtagen und den unzähligen Takes auf der SD-Karte noch lange nicht am Ziel ist, steht für alle Beteiligten fest: Die Mühe hat sich gelohnt und die Filmclips versprechen eine hohe Qualität. Dann sind erst einmal Sommerferien und Team und Takes dürfen bis in den Herbst hinein abhängen.

Die Schneidearbeit erledigt Quirin Ranzinger im Alleingang. Rhythmus und Flow bekommt der Film schließlich noch durch einen groovigen Soundtrack, der eigens von einem ehemaligen BOS-Schüler für das Projekt komponiert und eingespielt wurde. „Als kleines Dankeschön für meine eigene Schulzeit an der Beruflichen Oberschule, die ich in guter Erinnerung habe.“, begründet er sein außergewöhnliches Engagement.

Dann ist der SMV-Imagefilm fertig und exakt zweieinhalb kurze knackige Minuten lang.

Ein erstes Feedback seitens einer Schülerin lässt die Gesichter der Filmcrew strahlen. „Richtig cool“, empfindet Nicole aus der Dreizehnten den Clip - und auch ihre Schule. „Ich hätte echt Lust, da auf die Schule zu gehen.“ Und schiebt grinsend hinterher: „Wenn ich nicht schon auf der Schule wär‘!“ Das Team sieht sich in seiner Arbeit bestätigt: Mission accomplished!

Lernen und Lachen geht an einer modernen Bildungseinrichtung, anders als in jener mittelalterlichen Abtei aus „Der Name der Rose“, eben gefahrlos zusammen.

Den Filmclip gibt es zum Angucken hier auf der Startseite auf unserer Homepage!

Julia Gais, OStRin

   

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