Ein Symposium der Staatlichen Fachober- und Berufsoberschule Passau in Zusammenarbeit mit der Universität Passau und der Theologischen Hochschule Chur am 24. Februar 2006 im Audimax der Universität Passau.

Von der Idee zum Projekt

Politische Ereignisse werfen ihre Schatten auch auf die Schule. Als der sogenannte Ka­ rikaturenstreit entbrannte, war zu beobachten, dass zahlreiche Kollegen in der Staatlichen Fachober- und Berufsoberschule, vor allem in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern, sich des Themas annahmen. Die ursprüngliche Idee der Initiatoren Dr. Stefan Brembeck und Dr. Michael Wagner war es, diese einzelnen Bemühungen zu koordinieren, um alle Fachkollegen davon profitieren zu lassen, ja am besten Vertreter aller Disziplinen zu beteiligen und das Problem so aus unterschiedlichen Perspektiven zu sehen.

Der Vorschlag, einen Studientag zu veranstalten, wurde vom Schulleiter Dr. Reinhold Haggenmüller natürlich begrüßt, wegen des Fehlens eines geeigneten Raumes aber mit Bedenken konfrontiert. Auf diese Weise kam die Universität Passau ins Spiel, mit der seit zwei Jahren ein Kooperationsvertrag  besteht und deren Audimax während der Semesterferien vielleicht verfügbar ist. Und tatsächlich bot die Universität nicht nur ihre Räume, sondern auch die Beteiligung ihrer Professoren an, wofür ihr großer Dank gebührt. Hinzu kommen persönliche Freundschaften, die sogar die Teilnahme eines Wissenschaftlers aus der Schweiz ermöglichen.

Auf diese Weise mutierte die fächer- zu einer institutionenübergreifenden Zusammen­ arbeit. Das so entstandene Symposium kam auch dank der intensiven Mithilfe von Dr. Reinhold Haggenmüller, Ludwig Altenbuchinger und vor allem Prof. Dr. Kropac zustande, der uns wissenschaftlich beriet. Darüber hinaus freuen wir uns, den Schülern und Schülerinnen der Staatlichen Fachober- und Berufsoberschule nicht allein ein interdisziplinäres Projekt, sondern auch einen Einblick ins Hochschulwesen bieten zu können.

 
Haggenmueller   Brembeck
OStD Dr. Reinhold Haggenmüller geht in seiner Eröffnungsrede auf den Anlass des Symposiums ein, nämlich die in einer dänischen Zeitung erschienenen Mohammed-Karikaturen und die erbosten und z.T. in Gewalt ausufernden Reaktionen in der islamischen Welt.                                                                                                         
  Dr. Stefan Brembeck erläuterte die gattungstheoretischen Grundlagen der Karikatur als Kunstform. Die exemplarische Interpretation einer der vieldiskutierten Zeichnungen brachte zutage, dass wesentliche Kriterien unerfüllt bleiben und ... im theoretischen Sinne überhaupt nicht von einer Karikatur die Rede sein kann.
Kropac   Zechmeister
Prof. Ulrich Kropac übertrug schließlich den Begriff Dialog der Kulturen auf den Dialog der Religionen, die er in enger Verbindung zu den Kulturen sieht und formulierte anschließend  "fünf friedfertige Thesen", die als Grundlage für die Fortsetzung des Dialogs verstanden werden wollen.  
Prof. Dr. Martha Zechmeister zeigte das traditionell nicht immer unkomplizierte, aber auch nicht hoffnungslose historische Verhältnis zwischen Islam und Christentum auf.

Altenbuchinger   Dominik
Ludwig Altenbuchinger erörterte im Anschluss die kulturellen Interdependenzen und Abhängigkeiten zwischen den beiden Religionen, die er namentlich an der Mathematik festmachte, in der er eine kulturelle Leitgröße erblickt.

  Michael Dominik erinnerte daran, wie ein vermeintlich haemloser, ja nachgerade unschuldig anmutender Wettbewerb für ein Kinderbuch der Ursprung allen Übels gewesen sei. Ein dänischer Autor habe ihn veranstaltet, zweifellos auch in der Annahme, dadurch den Kindern eine fremde Kultur verständlicher zu machen.

Audimax
 
 
 
Flyer 2006 Seite 1

Flyer 2006 Seite 2
 
 
Dr. Stefan Brembeck u. Dr. Michael Wagner

 

   

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