Schülerinnen und Schüler im Rahmen der ERASMUSplus Politik-Exkursion nach Brüssel ins Herz der EU:

„Diese Fahrt war eine der schönsten und interessantesten Erlebnisse meiner gesamten Schulzeit und hat mir sowie unserer gesamten Gruppe sehr wichtige Erkenntnisse über die Funktionsweisen der EU-Politik sowie deren Einfluss auf unser alltägliches Leben gebracht“, so Leni Knon aus der Klasse WS 12 unserer FOS.
Nach monatelangen inhaltlichen und organisatorischen Vorbereitungen in den Wahlkursen zur Internationalen Politik sowie in der Jugend debattiert-Projekt-Klassen von Herrn Dominik war unsere ERASMUSplus-Exkursion nach Brüssel für uns alle eine besondere und lehrreiche Erfahrung. Wir sind eine Gruppe aus zehn Schülerinnen und Schülern der 12. Klassenstufe unserer FOS, die aus dem langjährigen, europaweiten Schulprojekt Jugend debattiert und den Wahlkursen „Internationale Politik“ mit den Schwerpunkten Europa- und Sicherheitspolitik ausgewählt wurden. Begleitet wurden wir von unseren Lehrern Herrn Dominik und Herrn Pfau. Bereits die Anreise am Montag mit dem Zug verlief sehr angenehm und wir konnten auch im Zug bereits mit unseren Lehrern intensiv über aktuelle Themen der internationalen Politik diskutieren. Durch die gute Stimmung innerhalb der Gruppe wurde die Fahrt zu einem ersten Teambuilding, bei dem wir uns noch besser kennenlernen konnten und gemeinsam auf die Programmpunkte weiter vorbereiteten. Auch die Stadt Brüssel selbst trug maßgeblich zu unserer positiven Erfahrung bei auf dieser sehr ansprechenden EU-Projektfahrt bei. Mit ihren historischen Gebäuden, den belebten Plätzen und der besonderen Mischung aus modernem Politikbetrieb und historischer Kultur hinterließ sie bei uns allen einen bleibenden Eindruck.
Eindrucksvoller Besuch des Europäischen Parlaments:
Am ersten Tag stand direkt ein für uns wichtiger Höhepunkt unserer Reise auf dem Programm - die Besichtigung des Europäischen Parlaments. Besonders beeindruckend war der Besuch des großen Sitzungssaals, in dem wichtige Entscheidungen für die Europäische Union und somit auch für sehr viele Lebensbereiche in Deutschland und Bayern getroffen werden. Durch eine anschauliche Führung erhielten wir einen tiefen Einblick in die Abläufe und Strukturen der EU-Politik sowie in die Handlungsfelder der EU-Parlamentarier. Leni Knon, WS12, betonte in dieser eindrucksvollen Weltpolitik-Umgebung, dass sie diesen Programmpunkt besonders ergiebig fand, da EU-Politik oft kompliziert und für Schülerinnen und Schüler schwer greifbar wirkt. Durch die direkte Erfahrung und die umfangreichen Erläuterungen unseres EU-Guides aus Litauen sowie die Erklärungen von Herrn Dominik und Herrn Pfau vor Ort erschien ihr die europäische Politik sowie deren umfangreiche Wechselwirkungen bis nach Niederbayern jedoch deutlich zugänglicher und verständlicher.
Die erste Debatte einer Bayerischen Oberschule direkt im Bereich des Europaparlaments durch unser engagiertes Passauer FOS-Jugend debattiert-Team vor Ort:
Die ultimative Handlungskompetenzanwendung zwischen Unterricht in internationaler Politik, dem Jugend debattiert – Projekt und der europapolitischen Realität vor Ort:

Ein weiteres absolutes Highlight war unsere eigene Debatte, die wir mit vier Schülerinnen und Schülern sowie den Juroren im Europäischen Parlament durchführen konnten. Das Thema lautete, ob aufgrund der aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen die Gelder der EU, die ursprünglich für den Umweltschutz vorgesehen sind, in eine gemeinsame Raketenabwehr investiert werden sollten. Diese Fragestellung sorgte für eine fachkundige und lebhafte Debatte unserer vier FOS-Abiturientinnen und Abiturienten, bei der beide Seiten überzeugende Argumente, die teilweise unmittelbar vor Ort in der EU-Parlamentsumgebung recherchiert worden waren, zur Anwendung brachten. Simon Harant, W12a, der selbst aktiv an der Debatte teilnahm, fand es besonders spannend, wie differenziert die Argumente verwendet werden konnten, deren Ursprung man unmittelbar zuvor im EU-Parlament noch live in Augenschein hatte nehmen können. Die Debatte zeigte uns eindrucksvoll, wie komplex politische Abwägungen und Entscheidungen auf EU-Ebene sein können.
Das Museum im Europäischen Parlament als faszinierender multimedialer Lernort:

Nach dieser hochaktuellen und gewinnbringenden Debatte besuchten wir für weitere Recherchen zu unseren EU-Unterrichtsthemen das Museum des EU- Parlaments, in dem die Entwicklung der Europäischen Union dargestellt wird. Die Ausstellung war mulimedial und interaktiv gestaltet, wodurch wir uns eigenständig mit den Inhalten verschiedener EU-Politikfelder, zum im Bereich Umweltschutz oder Gesundheitswesen, auseinandersetzen konnten. Die Kombination aus Geschichte, Politik und persönlichem Erleben mit vielen digitalen Medienangebote machte diesen Programmpunkt besonders interessant und erbrachte umfangreiche Rechercheergebnisse.
Unser hochaktuelles Gespräch mit dem EVP-Vorsitzenden Manfred Weber in herausfordernden Zeiten für die EU- und Weltpolitik – angewandter Politikunterricht mit zentralen politischen Entscheidungsträgern aus Niederbayern:

Ein weiterer zentraler Programmpunkt war das Gespräch mit Manfred Weber, einem der einflussreichsten Politiker im Europäischen Parlament und Vorsitzenden der EVP-Fraktion. Wir hatten die Möglichkeit, ihm direkt Fragen zu stellen und mehr über aktuelle politische Themen der Weltlage bezüglich der USA, verschiedener Krisenherde, z.B. im Hinblick auf den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, die Außenpolitik der EU aber auch im Hinblick auf die deutsche Innenpolitik zu erfahren. Joseph Feichtinger, W12b, hob dabei hervor, dass Herr Weber die aktuellen Krisensituationen nicht beschönigte, sondern ehrlich und realistisch darstellte. Dies vermittelte uns ein authentisches Bild der politischen Lage und der Entscheidungsfragen für die EU und für unsere Bundesrepublik. Auch Jonas Voggenreiter, W12b, empfand diesen Austausch als bereichernd, vor allem, weil wir unterschiedliche Perspektiven aus der Sicht von Politikern und Bürgern hierbei vertieft kennenlernen und hinterfragen konnten, was die Diskussionen bei diesem hochwertigen Programmpunkt noch vielfältiger gestaltete, als das sonst über die verschiedenen Medien wahrzunehmen ist.
Das Haus der Europäischen Geschichte als Leitmuseum des Europa-Gedankens und idealer Ort für den vertieften Geschichtsunterricht im Herzen Europas:
Am zweiten Tag besuchten wir das Haus der Europäischen Geschichte. Dort erhielten wir eine Führung von unserem Guide Julius, einem Studenten aus Brüssel, der uns mit viel Engagement durch die Ausstellung zu den zentralen Epochen der europäischen Geschichte führte. Besonders der Aufbau des Museums in umfangreichen, multimedial ausgestatteten Lernumgebungen, wurde von Nicholas Buschbacher, W12a, als sehr gelungen wahrgenommen, da die Inhalte, z.B. zum Kalten Krieg oder der Entwicklung der EU nach 1989 klar strukturiert und auf vielfältige Weise verständlich präsentiert wurden. Helena Auer, W12b, fand den Guide selbst sehr überzeugend, da er die Themen anschaulich und spannend erklärte, und unsere Gruppe an vielen Stationen zu eigenen Recherchen daraus aktiviert wurde. Alina Halilovic, W12b, gefiel besonders, dass wir darüber hinaus von unseren Lehrern, Herrn Dominik und Herrn Pfau die Aufgabe hatten, selbst Teilbereiche der Ausstellung genauer zu betrachten und diese anschließend eigenständig in einem von den Schülerinnen und Schülern gedrehten Video zu erklären. Dadurch wurden wir aktiv in einen multimedialen Lernprozess einbezogen. Killian Miedl, W12a hob hervor, dass ihn die originalen Ausstellungsstücke, zum Beispiel zum Mauerfall 1989, beeindruckt haben. Diese vermittelten ein authentisches Bild der Umbrüche in der europäischen Geschichte, deren Wirkungen bis heute andauern und machten diese Vergangenheit greifbar, auch z.B. für das Fach Politik und Gesellschaft im aktuellen Kontext.
Medienreferenz zum Anfassen erzeugt Medienkompetenz durch selbst produzierte TV-Berichte - Unser Besuch beim ARD-Europa-Studio in Brüssel machte unsere Schülerinnen und Schüler zu Produzenten von ARD-Multimedia-Formaten:

Ein weiteres besonderes Highlight unserer Reise war der Besuch im ARD-Studio in Brüssel. Dort erhielten wir einen exklusiven Blick hinter die Kulissen der Medienproduktion im Multimedia-Zeitalter. Wir erfuhren, im Gespräch mit der ARD-Journalistin Olga Chladkova, wie Nachrichten, mit dem Schwerpunkt auf EU-Themen, entstehen, produziert und schließlich gesendet werden. Marc Ruhhammer, W12a, fand besonders die Produktion von eigenen Sendungsbausteinen als TV-Bericht aus Brüssel durch unsere Schülerinnen und Schüler äußerst spannend - hierbei übernahmen einige Schülerinnen und Schüler unserer Passauer FOS selbst die Rolle von Nachrichtensprechern und sprachen Kommentare zu EU-Themen. Diese praktische Medien - Anwendungserfahrung machte den Besuch besonders abwechslungsreich und zu einem einzigartigen Erlebnis unseres FOS-Reise-Teams dort. Joseph Feichtinger, W12b, war vor allem von den aufgezeigten Karrierechancen im Medienbereich begeistert. Die erfahrene TV-Journalistin erklärten uns ausführlich, welche Wege es in den Journalismus gibt und welche Möglichkeiten sich in einem solchen internationalen Umfeld wie Brüssel bieten. Leni Knon, WS12 betonte, dass durch die Gespräche mit Medienschaffenden dort Vieles im News-Business transparenter wurde. Der Gedanke, selbst einmal in einem so vielschichtigen Medien-Unternehmen zu arbeiten, wirkte für sie nach diesem Besuch nicht mehr unrealistisch, sondern durchaus erreichbar, auch im Übergangsbereich von klassischem Journalismus und Social Media Plattformen. Ebenso erhielt unsere Gruppe vertiefte Informationen über die Herausforderungen durch Fake News und deren Abwehr bei den seriösen Medienhäusern wie der ARD und z.B. dem Bayerischen Rundfunk.
Das Gemeinschaftserlebnis unserer Reisegruppe war konstruktives Teambuilding mit Europa im Herzen:

Neben den vielen inhaltlichen Programmpunkten spielte auch unsere Gemeinschaft bei dieser Bildungsfahrt eine große Rolle. Durch die gemeinsame Zeit, die Erlebnisse, die fachlichen Aufgabenstellungen vor Ort durch unsere Lehrer, die wir häufig in Gruppen zu bearbeiten hatten sowie die vielen Gespräche, auch mit unseren Lehrern, wurde unsere Gruppe zu einem wirklichen Team zusammengeführt, das die gegenseitige Lernmotivation noch erhöhte. Die Fahrt war somit nicht nur eine politische Bildungsreise, sondern auch eine wertvolle Teambuilding- Erfahrung. Wir konnten unser Wissen erweitern, praktische Einblicke gewinnen und viele neue Perspektiven, besonders zu aktuellsten Fragen der europäischen Politik, kennenlernen. Gerade diese Mischung aus Politik, Zeitgeschichte und Medienanwendungen machte die Reise sehr abwechslungsreich und extrem interessant. Gleichzeitig zeigte uns die Fahrt, dass Politik und internationale Zusammenarbeit nicht fern und unnahbar sind, sondern aktivierend und beeinflussbar, uns alle betreffen in der EU, in Deutschland und Bayern, auch und besonders die jungen Menschen, für deren Zukunft die EU weiterhin sehr zentral sein wird.
Lenis Knon, WS 12, Joseph Pfau, OStR und Michael Dominik, OStR, Kursleiter im Wahlfach Internationale Politik
