Jugend im Wandel

Seminaristinnen befragen Stadtjugendpfleger

22.07.26

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Was sind die Herausforderungen der Jugendarbeit heute? Welche Chancen gibt es für Jugendliche – und welche gesellschaftlichen Entwicklungen erlegen ihnen Grenzen auf? Darüber hat der Passauer Stadtjugendpfleger Edmund Kriegl sich mit den Teilnehmerinnen des FOSBOS-Seminars „Jugend im Wandel“ ausgetauscht.
Bereitwillig öffnete er für die Seminaristinnen der Passauer FOSBOS mit ihrer Lehrkraft Stefanie Reitberger die Pforten des Jugendzentrums „Zeughaus“. Dessen Konzept stellte er als Mix aus betreutem Jugendtreffpunkt und Zentrum für Jugendkultur vor. „Freiwilligkeit“ sei nicht nur der Grundsatz für das Wirken der Verantwortlichen im Jugendzentrum. Auch für seine eigene Tätigkeit als Koordinator der Jugendarbeit in der Stadt Passau sei es zentral, den jungen Menschen nichts aufzuoktroyieren, sondern ihnen zuzuhören.
Seine Erfahrungen der letzten Jahre in der Zusammenarbeit mit Jugendlichen schilderte Kriegl den Seminaristinnen im Rahmen einer Fragerunde. Entsprechend der individuellen Schwerpunkte, mit denen sich die Schülerinnen im Seminar befassen, war ein zentrales Interesse der Wandel durch Social Media und Gaming.
Die Interaktion Jugendlicher habe sich zum Teil in digitale Welten verlagert, räumte Kriegl ein. Einen Grund dafür sieht er darin, dass diese Welten leicht zugänglich sind und mit Verlockungen aufwarten. Zwar kämen sie nicht immer dem nach, was sie versprechen, oder könnten die verheißenen positiven Auswirkungen gerade nicht hervorbringen. Im Gegensatz zu Angeboten der wirklichen Welt wie Sportvereinen sei Virtuelles aber mit vermeintlich weniger Anstrengung verbunden. Und man müsse z. B. in Games nicht mit sozialer Ablehnung oder negativen Feedbacks rechnen, die im realen Leben aber vorkämen – und da oft zur Unzeit oder wenn das eigene innere Seelen-Gerüst nicht dafür gewappnet sei.
Grundsätzlich ist Kriegl überzeugt: „Es gib eine Vor- und eine Nach-Corona-Zeit, was Jugendliche im öffentlichen Raum betrifft.“ Die Kontaktbeschränkungen hätten junge Menschen zwar durchaus kompetenter im Netz gemacht und als Nebeneffekt „digitale Skills“ erzeugt. Doch das Thema „Mental Health“ habe sich dadurch verschärft und fast zeitgleich an Bedeutung zugenommen. Diesem Problem will sich auch die Passauer Jugendarbeit mit einem Thementag im Oktober widmen.
Darüber hinaus werde Kinder- und Jugendbeteiligung in Passau in nächster Zeit ein Schwerpunktthema sein. Der Jugendhilfeausschuss habe hierzu kürzlich dem Vorschlag zugestimmt, eine entsprechende Projektgruppe zu gründen, und auch die kommunale Jugendarbeit beauftragt, dieser gesetzlich verankerten Aufgabe umfassend nachzukommen.
Eines steht für Edmund Kriegl bei seiner „Lobbyarbeit für die Jugend“, wie er es bezeichnet, aber ohnehin immer im Fokus: Kinder und Jugendliche sollten beteiligt werden an den Entscheidungen, die ihr Leben betreffen.

Stefanie Reitberger, StRin

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